Spektakel pur. Etwas für die Geschichtsbücher beim Spiel der 3. vom 16.01.22 TG NT 2 - Team ES 3 31:32 (18:13)

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59 Minuten Handball normal, 51 Sekunden Handball kurios in noch nie dargebotener Dimension.
3 Stunden 15 Minuten vor dem Tatort im Ersten gab es schon einen Krimi in der Th. Eisenlohr-Halle zu sehen. Als Theaterstück in 3 Akten aufgeführt, mit insgesamt 25 Amateurhandballern, die, ohne Bezahlung versteht sich, den zahlreichen Zuschauern (coronabedingt nicht ganz ausverkauft) beste Unterhaltung geboten haben. Mit dem Regisseur Nico mit der Pfeife, der das Spiel dezent und gekonnt leitete. Der unbekannte Dramaturg dieses Handballtheaters hat ganze Arbeit geleistet. Es war zwar nicht immer hochklassig, aber einige Kabinettstückchen gab es immer mal wieder zu sehen. Besonders erwähnenswert sind hier Tinos Trickanspiele an Kreis, an Kollegen im Rückraum, auf die diagonalen Außen und seine Trickwürfe auf´s Tor zu nennen. Komisch, dass die alle angekommen sind und meist auch gefangen wurden, bzw. vom Torwart nicht pariert wurden. Bravo, Bravo, Bravo, rief es aus dem Rund. Vielleicht werden die "Tinos" mal so bekannt wie der Kempa-Trick.
 
Nachdem der Polizeiruf 110 als Kriminame schon blockiert ist, nennen wir unser Schauspiel Sanka 112, mit dem Opfer Frank Schwarz in der Hauptrolle und Philipp Spahr als 2. Leidtragenden, kurz vor dem Ende. Das Spiel konnte zwar gewonnen werden, aber verloren haben wir auch. Der Daumen von Frank, der nach über 18 Monaten Pause sein Come Back gab, konnte gegen die Schulter seines Gegenspielers nicht bestehen und kugelte blutend unter der Last aus. Unter der Last seines Kontrahenten rissen dann auch noch die Bänder im Fußgelenk von Philipp. Im Film wären diese Szenen schon übel gewesen und hätte die Freigabe FSK erst ab 16 erhalten, in der Realität aber ist es nur noch scheiße. Gute Besserung an beide. Jetzt gehen uns nicht nur langsam die Spieler aus, sondern rasant. Mit Flo, Rolle, Philipp W., Heiko, Lasse, Thomas, und jetzt den beiden fällt bereits eine mögliche Anfangssieben aus. Mit Dennis, der nun in den nächsten Wochen aus beruflichen Gründen kürzer treten muss, fehlt uns der einzige Linkshänder. Bei Steffen hoffen wir, dass er "nur" eine Erkältung hat und nächste Woche mit dem verletzten Laax wieder dabei sein kann.
 
Mit dieser personellen Situation mussten wir in NT zurecht kommen, noch dazu den "freundlichen" Beitrag der Stadt Esslingen zur Pandemiebekämpfung verkraften, die kurzerhand die Hallen für den Trainingsbetrieb für 3 Wochen gesperrt hat. Alle anderen Gemeinden im Bezirk blieben normal und spielten sich nicht als Gesundheitspolizei auf. Die Verordnungen der Landesregierung mussten streberhaft verschärft werden. 2 Trainingstage nach 4-wöchiger Pause sind einfach zu wenig. Aber lassen wir das.
Das anwesende Personal, Lino, Dani (7/1), JaNi (1), Frank, Manu (5), Cotter, Lars S., Philipp S. (1), Tino (5), Dennis (7), Marcel (1) und die beiden Verstärkungen die wir von Volle bekamen, der Aydin und der Jakob, mussten es richten. Ohne Steffen, Simon, Laax und Heiko war es eine große Herausforderung in NT zu bestehen. Mit Glück, Kampfkraft und Wille konnten wir das Spiel in der letzten Minute drehen. Eigentlich unmöglich.
 
1. Halbzeit: Unser Ziel, den Fokus auf die Abwehr zu legen und vorne ohne etatmäßigen Spielmacher, dafür mit Dennis und Jakob als Hilfsmitte zu operieren, ging schief. Wir ließen den Gastgebern zu viele Torwürfe aus der Nahdistanz zu, ließen sie gewähren, luden sie geradezu ein und schlossen im Angriff ohne große Vorbereitung vorschnell ab, oder versuchten den noch gedeckten Kreisspieler zu finden. Lediglich die Einzelaktionen aus dem Rückraum hielten uns bis zur 18. Minute (11:9) im Spiel. Von den Außenpositionen ging gar nichts, weder Druck noch Torerfolg.
 
2. Halbzeit, 30. - 59. Minute: Da waren wir obenauf, konnten aber nie ausgleichen, da wir eine eklatant schlechte Wurfausbeute hatten. Lars und Aydin waren jetzt besser im Spiel, da sie von der Abwehr mehr Unterstützung bekamen. Ab der 56. Minute , beim Stand von 31:28 gingen wir mit 3 Mann in eine offensivere Abwehrformation über und konnten auf 31:29 verkürzen. Mehr war bis dato nicht drin.
60. Spielminute, das Spektakel konnte beginnen: Offene Deckung, Balleroberung durch Hechtsprung am eigenen 9 Meter. Ball nach vorne - Tino, Tor zum 31:30 in der 9. Sekunde. Anspiel NT, Ballgewinn, Ball zu Manu, Tor zum Ausgleich in der 40. Sekunde. Anspiel NT, Ball vertändelt, Ball vor, Dennis, Tor zum Sieg in der 53. Sekunde.
3 Tore in 44 Sekunden, das ist vielleicht Weltrekord.
Profis können es, Profis lassen es aber nicht zu.
Amateure können es nicht, Amateure könnten es aber zulassen.
Eins aber ist sicher, dass unserem Gegner so etwas nie wieder passieren wird.
 
Jetzt noch vielen Dank für die Unterstützung von den Rängen, von unseren treuen Fans und von Damen 1, die zuvor auch ein spannendes Fotofinish hingelegt hatten, vor allem aber an Pia Mühlich, die sich kurzfristig als Sekretär zur Verfügung gestellt hat.
f8

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